Luftschadstoffe einfach erklärt
Das Landesmessnetz in Rheinland-Pfalz misst vor allem vier Schadstoffe. Hier steht, was sie sind, woher sie kommen und ab wann sie problematisch werden.
Was ist Stickstoffdioxid (NO₂)?
Stickstoffdioxid entsteht vor allem beim Verbrennen von Kraftstoff in Motoren. In Städten ist der Straßenverkehr die Hauptquelle, besonders Dieselfahrzeuge. Deshalb messen Verkehrsstationen wie Mainz-Parcusstraße oder Ludwigshafen-Heinigstraße regelmäßig die höchsten Werte im Land.
NO₂ reizt die Atemwege und kann Asthma verstärken. Der EU-Grenzwert für das Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³. Ab 2030 sinkt er auf 20 µg/m³. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 10 µg/m³.
Was ist Feinstaub (PM10 und PM2,5)?
Feinstaub sind winzige Partikel in der Luft, kleiner als 10 bzw. 2,5 Mikrometer. Sie stammen aus Verkehr (Abgase, Reifen- und Bremsabrieb), Holzöfen, Industrie und Landwirtschaft. Ein Teil entsteht erst in der Luft aus Gasen wie Ammoniak.
Je kleiner die Partikel, desto tiefer gelangen sie in die Lunge. PM2,5 gilt daher als besonders gesundheitsrelevant. Grenzwerte (Jahresmittel): PM10 40 µg/m³, PM2,5 25 µg/m³; ab 2030 20 bzw. 10 µg/m³.
Was ist bodennahes Ozon (O₃)?
Ozon wird nicht direkt ausgestoßen, sondern bildet sich bei Sonne aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Stoffen. Deshalb sind die Werte an heißen Sommertagen am höchsten, und zwar oft nicht in der Innenstadt, sondern im Umland und in den Mittelgebirgen.
In der Stadt baut Stickstoffmonoxid aus Abgasen Ozon wieder ab. Stationen wie Pfälzerwald-Hortenkopf oder Hunsrück-Leisel messen daher mehr Ozon als Mainz. Ab 180 µg/m³ (Stundenmittel) wird die Bevölkerung informiert, ab 240 µg/m³ gewarnt.
Wie wird die Luftqualität in Rheinland-Pfalz gemessen?
Das Landesamt für Umwelt betreibt seit 1978 das Zentrale Immissionsmessnetz ZIMEN. Aktuell liefern 27 Stationen Stundenwerte: Verkehrsstationen an stark befahrenen Straßen, städtische Hintergrundstationen und Waldstationen in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Pfälzerwald. Die Daten laufen beim Umweltbundesamt zusammen.
Auf luft-rlp.de zeigen wir diese Messwerte stündlich aktualisiert. Die Übersicht aller Messstationen zeigt, welche Station was misst.
Was bedeutet der Luftqualitätsindex?
Der Index des Umweltbundesamts fasst die gemessenen Schadstoffe zu fünf Stufen zusammen: sehr gut, gut, mäßig, schlecht und sehr schlecht. Maßgeblich ist jeweils der Schadstoff mit der schlechtesten Einstufung. Für Orte ohne Station nutzen wir den europäischen Index (EAQI) aus dem Copernicus-Modell mit sechs Stufen von „gut“ bis „extrem schlecht“.
Quellen: Umweltbundesamt, Luftdaten-API · Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (ZIMEN) · Richtlinie (EU) 2024/2881 über Luftqualität · WHO Global Air Quality Guidelines 2021