Wirkungen

Ozon ist ein Reizgas und wirkt bei erhöhten Konzentrationen beim Menschen vor allem auf die Atemwege. Es löst sich nur schlecht in Wasser und dringt beim Atmen deshalb tief in die Lunge ein. Dort trifft es auf Gewebe, das nicht mehr durch Schleimhäute geschützt ist. Auf Grund seines hohen Oxidationsvermögens kann es Zellmembranen schädigen und damit entzündliche Prozesse auslösen.

Die bei Sommersmog oft festzustellenden Reizungen der Augen und der Schleimhäute gehen auf ebenfalls reizende, aber besser wasserlösliche Begleitsubstanzen des Ozons, wie Peroxiacetylnitrat, Acrolein oder Formaldehyd zurück, die als Nebenprodukte bei der Ozonbildung entstehen. Im Hinblick auf ihre gesundheitlichen Wirkungen sind diese Stoffe aber wegen der geringeren Konzentrationen und ihrer geringeren Toxizität weniger bedeutend als Ozon.

Erhöhte Ozondosis beim Ausdauersport
Abbildung: Erhöhte Ozondosis beim Ausdauersport

Entscheidend für das Ausmaß der Wirkung ist die aufgenommene Ozondosis. Diese ergibt sich aus der Ozonkonzentration, der Dauer der Einwirkung und der eingeatmeten Luftmenge. Durch Ozon besonders betroffen sind dementsprechend Personen, die im Freien über längere Zeit körperlich anstrengende Tätigkeiten, z. B.bei der Arbeit oder beim Sport, ausüben. Da das Atemvolumen bei körperlicher Anstrengung stark ansteigt, sollten bei extremen Ozonwetterlagen ungewohnte körperliche Anstrengungen unterbleiben.  


Nach mehrstündiger Einwirkung und gleichzeitiger körperlicher Aktivität können Veränderungen von Lungenfunktionsparametern und Beeinträchtigungen der körperlichen Leistungsfähigkeit beobachtet werden. Die Symptome bilden sich bei abnehmender Ozonbelastung wieder zurück.

Die Einwirkung von Ozon wird subjektiv unterschiedlich empfunden. Erfahrungsgemäß reagieren 10% bis 15% der Bevölkerung besonders empfindlich auf Ozon, ohne dass sich diese Gruppe genau eingrenzen ließe. Als Beschwerden werden schon bei mittleren Konzentrationen Tränenreiz, Reizung der Atemwege, Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Müdigkeit genannt.

Ozon ist selbst kein Allergen. Durch die von Ozon hervorgerufene entzündliche Gewebereaktion können jedoch sensibilisierende Begleitsubstanzen tiefer in das Gewebe eindringen, was die Entstehung einer Allergie fördern kann. Ozon zeigt in Versuchen an Zellen gentoxische Wirkungen. In einzelnen Tierversuchen wurde darüber hinaus eine Krebs erzeugende Wirkung bei sehr hohen Ozonkonzentrationen (2000 µg/m³) und lang anhaltender Einwirkung nachgewiesen. Eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung fand sich in den Versuchen nicht, eine Wirkungsschwelle wird jedoch angenommen. Die in Deutschland maximal bislang gemessenen Konzentrationen in der Umwelt erreichen diese hohen Konzentrationen nicht. Weiterhin wird in einigen Studien ein Zusammenhang zwischen erhöhten Ozonkonzentrationen in der Atemluft und einer zu dieser Zeit erhöhten Sterberate, insbesondere in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt.

Pflanzenschäden durch Ozon
Abb.: Pfanzenschäden durch Ozon

- Störung der Photosynthese
- Zerstörung von Zellstrukturen
- Bleichung von Zellgewebe (Nekrosen und Chlorosen)
- Hemmung des Pflanzenwachstums
- Ertrags- und Qualitätseinbußen in Land- und Forstwirtschaft



Ozon kann auch Pflanzen schädigen, indem es über die Spaltöffnungen ins Blattinnere gelangt und die Zellstrukturen angreift. In Abhängigkeit von der Dauer der Belastung und der Konzentration können Wachstumsstörungen, aber auch sichtbare Schäden auftreten. Eine Beteiligung des Ozons an den durch Luftverunreinigungen verursachten Waldschäden gilt heute als gesichert.

Der Wald - ein sensibler Indikator für Luftverunreinigung wie Ozon
Abbildung: Der Wald - ein sensibler Indikator für Luftverunreinigung wie Ozon