Vorwort

Dr.-Ing. Stefan Hill
Dr.-Ing. Stefan Hill
Präsident des Landesamtes für Umwelt

Jeder weiß, dass an heißen Sommertagen die Ozonkonzentrationen in der Luft ansteigen. Wissenschaft und Luftreinhaltepolitik haben immer noch Probleme mit Ozon, dessen komplexe Entstehung und Ausbreitung weder vollends verstanden werden noch unmittelbar zu beeinflussen sind.

Immerhin ist klar, dass die erhöhten bodennahen Ozonbelastungen und der sogenannte Sommersmog zwar in erster Linie von der Witterung abhängen, letztlich aber Folgen vielfältiger Emissionen unserer Industriegesellschaft sind. Damit ist die Umweltpolitik gefordert. Sie hat hier, ungeachtet der bisher erreichten Erfolge der Luftreinhaltung, noch eine ebenso schwierige wie langwierige Aufgabe zu lösen.

Die Herausforderung besteht darin, die Emissionen der Vorläuferstoffe drastisch zu senken. Erst Emissionsminderungen ab etwa 50 Prozent zeigen nach wissenschaftlichen Modellrechnungen eine erkennbare Wirkung. Diese Emissionsminderungen sollten dauerhaft sein, um schon in der Vorphase von Schönwetterperioden die Kette der Ozonbildungsprozesse erst gar nicht in Gang kommen zu lassen. Schließlich hat das Ozonproblem eine großräumige und grenzüberschreitende Dimension. Wirksame Gegenmaßnahmen erfordern deshalb eine bundesweit einheitliche, besser noch europaweit abgestimmte Strategie.

Heute gehören die Maßnahmen gegen das bodennahe Ozon zu den Schwerpunkten der Luftreinhaltepolitik. Dazu gehört auch die Reduzierung der Emissionen des Verkehrs, der einen großen Teil der Vorläuferstoffe freisetzt. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zeigen Wirkung, besonders durch den Rückgang der Ozon-Spitzenbelastungen. Dies zeigen unsere Ozonmessungen in Rheinland-Pfalz, mit mittlerweile bis zu 20-jährigen Messreihen.

Weitere Emissionsminderungen sind teils veranlasst oder in Vorbereitung. Sie tragen dazu bei, das Ausmaß und die Häufigkeit sog. Ozonepisoden weiter einzuschränken. Um die Luftqualitätsziele für Ozon dauerhaft zu erreichen, müssen darüber hinaus alle Möglichkeiten zur Emissionsminderung konsequent ausgeschöpft werden, sei es mit den Mitteln der Technik, der Umwelt- und Steuerpolitik, der Verkehrsplanung oder der Verbraucheraufklärung.

Nicht zuletzt ist jeder Bürger angesprochen, durch sein Verhalten beispielsweise als Autofahrer einen eigenen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt vor erhöhten Ozonbelastungen zu leisten. Die vorliegende Informationsbroschüre soll hierzu eine Hilfestellung geben.