Wie hat sich die Ozonbelastung über die Jahre entwickelt?

Der Trend der langfristigen Ozon-Belastung lässt sich am anschaulichsten durch den Verlauf der Jahresmittelwerte, jeweils gemittelt über die Stadt- und Waldstationen, darstellen; die Abbildung zeigt die Entwicklung im Zeitraum 1990 bis 2004.

Zunächst fällt ein deutlicher Unterschied der Ozonlangzeitwerte zwischen den Messstandorten in Stadt- und in Waldgebieten auf. Die Jahresmittelwerte bewegen sich in den Städten in einer Größenordnung von etwa 25 bis 50 µg/m³ während in den Wäldern und ländlichen Regionen von Rheinland-Pfalz die Werte zwischen 50 und 80 µg/m³ liegen, also etwa doppelt so viel Ozon gemessen wurde.

Schaubild Entwicklung der Ozonkonzentration im Jahresmittel in Rheinland-Pfalz
                      Abbildung: Entwicklung der Ozonkonzentration im Jahresmittel in Rheinland-Pfalz

Verantwortlich für diesen zunächst überraschenden Befund ist der höhere Grad der Luftverschmutzung in den Ballungsräumen. Dieser bewirkt, dass das Ozon in den Städten fortwährend Reaktionspartner findet und in den Nachtstunden daher fast vollständig abgebaut wird. In den Waldgebieten und den ländlichen Regionen ist hingegen die Luft sauberer, so dass die Ozonpegel hier in der Nacht, aber auch im Winterhalbjahr nicht so stark sinken und daher entsprechend höhere Tages- und Jahresmittelwerte festgestellt werden.

Wegen des beherrschenden Einflusses des Wetters auf die Ozonbildung wird der langjährige Trend sehr stark von den jährlich wechselnden Witterungsverhältnissen bestimmt. Darüber hinaus deuten sich aber auch Einflüsse durch die Entwicklung der Emissionen von Ozonvorläuferstoffen an.

Seit Anfang der 90er Jahre stagnieren die Ozon-Langzeitbelastungen oder gehen sogar zum Teil leicht zurück. Offensichtlich haben die mit der Einführung des schadstoffarmen Autos und den Luftreinhaltemaßnahmen in der Industrie erreichten Emissionsminderungsmaßnahmen seit etwa 1991 den weiteren Anstieg des Ozons gebremst. Die leichte Zunahme des Ozons seit Mitte 1996 wird auf ozonbegünstigende Witterungseinflüsse zurückgeführt.

Der gemessene Jahresmittelwert des Jahres 2003 ist der höchste seit Beginn der Messungen und ist auf das besondere und außergewöhnliche hochsommerliche Wetter im August 2003 zurück zu führen.

Schaubild ZIMEN-Waldluftmessstation Pfälzerwald-Hortenkopf
Abbildung: ZIMEN-Waldluftmessstation "Pfälzerwald-Hortenkopf"