Was wurde zur Bekämpfung des Sommersmogs bisher veranlasst ?

Folgende dauerhaft angelegte Maßnahmen haben Emissionsminderungen bei den Ozonvorläuferstoffen bewirkt:

  • Der Schadstoffausstoß der Industrieanlagen wurde seit Mitte der 80er Jahre insbesondere durch die Umsetzung und weitere Novellierungen der Großfeuerungsanlagen-Verordnung und der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) nachhaltig vermindert. Beide Vorschriften wurden 2002 bzw. 2004 dem Stand der Technik angepasst. Für weitere relevante Anlagentypen (z. B. Abfallverbrennungsanlagen) sind spezielle Regelungen getroffen worden.
     

  • Emissionsentwicklung im Raum Ludwigshafen-Frankenthal

    Zur Verbesserung der Luftqualität in den Ballungsräumen hat die Landesregierung Luftreinhaltepläne für die Regionen Mainz, Ludwigshafen, Koblenz und Trier erstellt. Mithilfe dieses gebietsbezogenen Instruments der Luftreinhaltung gelang es, die Emissionen einschließlich der Ozonvorläuferstoffe in den Ballungsräumen nachhaltig zu senken, wie die Daten für den Raum Ludwigshafen-Frankenthal zeigen.
     
  • Zur Senkung der Emissionen organischer Verbindungen wurden z. B. für Chemische Reinigungsanlagen und Oberflächenbehandlungsanlagen 1991 die Anforderungen zur Begrenzung der Lösemittelverluste verschärft und 2001 auf alle Lösemittel verarbeitenden Betriebe ausgedehnt. Beim Umschlag von Kraftstoffen in Tanklagern und an Tankstellen sind seit 1992/1993 die Kraftstoffdämpfe zurückzuführen oder abzuscheiden.
     
  • Umweltzeichen Blauer EngelLösemittelarme Farben und Lacke werden mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" ausgezeichnet. Dadurch erhält der Verbraucher die Information, wie er im privaten Bereich Lösemittelemissionen vermeiden kann.
     
  • Die Einführung und Verbreitung des schadstoffarmen Kraftfahrzeugs seit 1985 sowie die in der Folgezeit vorgenommenen stufenweisen Verschärfungen der Abgasnormen für PKW und LKW haben die Stickoxid- und Kohlenwasserstoffemissionen beim Betrieb der Fahrzeuge nachhaltig gesenkt. Verdunstungsfilter begrenzen darüber hinaus die Stillstandsverluste von Benzindämpfen.
     
  • Seit Dezember 1993 unterliegen alle Kraftfahrzeuge der Pflicht zur Abgasuntersuchung. Fahrzeuge, welche die Anforderungen nicht einhalten, müssen instandgesetzt werden.
     

    Soviel Ozon-Vorläuferstoffe emittiert ein Auto im Jahr


    PKW ohne Kat
     
     
     
    Kohlenmonoxid 190,3 kg
    Stickoxide 38,8 kg
    Kohlenwasserstoffe 24,0 kg
    PKW mit Kat
     
     
     
    Kohlenmonoxid 53,4 kg
    Stickoxide 7,7 kg
    Kohlenwasserstoffe 4,0 kg
    Diesel - PKW
     
     
     
    Kohlenmonoxid 8,4 kg
    Stickoxide 9,8 kg
    Kohlenwasserstoffe 1,4 kg

    Annahmen:
    jährliche Fahrleistung 15.000 km, Mittelklassefahrzeug 1,4 - 2,0 l Hubraum
    Fahrstrecken: 1/3 innerorts, 1/3 außerorts, 1/3 Autobahn



     
  • Seit Juli 1997 wird die Kraftfahrzeugsteuer für Kraftfahrzeuge nach Schadstoffausstoß festgesetzt. Damit soll ein Anreiz gegeben werden, hoch emittierende Altfahrzeuge rascher außer Betrieb zu nehmen oder nachzurüsten.
     
  • Für Nutzfahrzeuge wurde für die Nutzung von Autobahnen 2005 eine Mautpflicht eingeführt, die schadstoffarme Fahrzeuge begünstigt.
     
  • Auf der Grundlage des Genfer Übereinkommens vom 13. November 1979 über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung
    sind in mehreren Protokollen im Rahmen der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) internationale Verpflichtungen zur Reduzierung der Emissionen von Luftschadstoffen vereinbart worden, die auch die Senkung der Ozonvorläuferstoffe in Europa betreffen.
     
  • Mit der Richtlinie 2001/81/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2001 über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie) werden die EU-Mitgliedsstaaten angehalten, die nationalen Emissionen bis 2010 weiter zu senken. Die Höchstmengen lauten für Deutschland wie folgt:
    • SO2 520 kt/a
    • NOx 1.051 kt/a
    • NMVOC 995 kt/a
    • NH3 550 kt/a
       
Im 1. Schwefelprotokoll (Helsinki, 1985) verpflichteten sich die EG-Mitgliedsstaaten zu einer Reduzierung der nationalen SO2-Emissionen um 30% bis 1993 (verglichen mit 1980).
 
Beim Stickstoffprotokoll von Sofia (1988) verpflichtete sich Deutschland zusammen mit 11 weiteren Staaten wiederum zu einer 30%-Reduzierung bis 1998, diesmal in Bezug auf 1985.
 
Mit dem VOC-Protokoll (Genf, 1991) wurde beschlossen, die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) bis 1999 um mindestens 30% (verglichen mit 1988) zu senken.
 
Beim 2. Schwefelprotokoll (Oslo, 1994) legten die EU-Mitgliedsstaaten nationale SO2-Emissionsobergrenzen für die Jahre 2000, 2005 und 2010 fest.
 
Das Schwermetallprotokoll und das POP-Protokoll (beide Aarhus, 1998) befassten sich mit den Schwermetallen Cadmium, Blei und Quecksilber sowie 16 persistenten organischen Verbindungen (u.a. DDT, Dioxine, PCB, Furane); es wurden Regelungen zur Verringerung der Emissionen getroffen. Im Multikomponentenprotokoll (Göteborg, 1999) wurden schließlich länderspezifische Emissionshöchstmengen für SO2, NOx, NH3 und VOC festgelegt. Ab 2010 dürfen diese nicht mehr überschritten werden.