Maßnahmen

Ozon wird nicht direkt emittiert, sondern über komplexe Mechanismen gebildet. Sowohl die Vorläuferstoffe als auch das gebildete Ozon selbst werden weiträumig verfrachtet. Eine erfolgversprechende Minderungsstrategie muss diese naturwissenschaftlichen Fakten beachten und wie folgt angelegt sein:

Abbildung: Ungefilterte Industrieemissionen gehören der Vergangenheit an
Abb: Ungefilterte Industrieemissionen
gehören der Vergangenheit an

  • Maßnahmen können nur wirksam sein, wenn sie weiträumig und frühzeitig einsetzen. Diesen Anforderungen wird am besten eine planmäßige und dauerhaft angelegte Luftreinhaltestrategie im nationalen, besser noch grenzüberschreitenden Rahmen gerecht.
  • Die Verminderung der Vorläuferemissionen führt wegen der komplexen Bildungsprozesse dazu, dass die Ozonbelastung nicht in gleichem Umfang, sondern nur zu einem Bruchteil der Minderungsrate zurückgeht. Der Ausstoß der Vorläuferstoffe muss deshalb nach Modellbetrachtungen um mehr als 50% gesenkt werden, um die Ozon- Konzentrationen in nennenswertem Umfang zu verringern.

Die Messdaten geben Hinweise, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen. Vor allem beim Ausmaß und der Dauer der Ozonepisoden zeichnet sich eine Entspannung ab.

Quellen der Vorläuferstoffe

Die erhöhte Ozonbelastung bei Schönwetterperioden geht auf verschiedene Quellen zurück, welche die Vorläuferstoffe Stickoxide und organische Verbindungen freisetzen. So wurden 1996 in Deutschland insgesamt etwa 1,86 sowie 2000 etwa 1,55 Millionen Tonnen Stickoxide emittiert. Die im Jahr 2005 emittierten 1,34 Millionen Tonnen Stickoxide verteilen sich auf die folgenden Quellen:


Verkehr 59%, Kraftwerke 19%, Haushalte 9%, Gewerbe 5%, Industrie 8%

Stickoxide werden also überwiegend vom Verkehr freigesetzt und dies im Sommer noch ausgeprägter als hier ausgewiesen, da andere Quellen wie Gebäudeheizungen dann ausfallen. Außerdem kann der Verkehr in Flächenländern einen noch höheren Anteil an den Stickoxidemissionen als im Bundesdurchschnitt erreichen.

Lösemittelverwendung 69%, Haushalte 4%, Verkehr 15%, Industrie 12%
Die Gesamtemissionen an flüchtigen organischen Verbindungen (ohne Methan) betrugen 1994 in Deutschland rund 2,1 Millionen Tonnen. Die 2005 emittierten 1,46 Millionen Tonnen verteilen sich auf die abgebildeten Quellen. Hier steht die Freisetzung von Lösemitteln im Vordergrund.

 
Nicht beeinflussbar sind die Emissionen organischer Verbindungen aus natürlichen Quellen (z. B. Wäldern), die gerade bei Schönwetterperioden ihr Maximum erreichen. Ihr Anteil beträgt im Jahresdurchschnitt etwa 6% der vom Menschen verursachten Emissionen. Er steigt an Sommertagen auf bis zu 17% an.

Auch Kleinvieh macht Mist!
MotorradBei sommerlichen Schönwetterperioden kommen verstärkt Mopeds, Motorräder, Motorboote sowie Rasenmäher und andere mobile Maschinen mit Verbrennungsmotoren zum Einsatz und begünstigen durch ihre vergleichsweise hohen Emissionen die Ozonbildung. Deshalb werden auch in diesem Bereich Abgasnormen innerhalb der EU festgesetzt. Nach Möglichkeit sollte bei ausgeprägten Ozonepisoden nicht nur das AutoRasenmäher stehen bleiben, sondern auch der Einsatz dieser Fahrzeuge und Maschinen unterbleiben.