Ausblick

Durch die dargestellten Maßnahmen sind in den letzten Jahren bei nahezu allen Luftverunreinigungen trotz einer Zunahme der Bevölkerungszahl und des Verkehrsaufkommens mehr oder weniger ausgeprägte Emissionsminderungen erreicht worden.

Die Bilanz zeigt, dass bei den Ozonvorläuferstoffen seit den 90er Jahren weitere deutliche Emissionsminderungen erzielt wurden. Bis zum Jahr 2010 sinken die Emissionen aufgrund der heute erkennbaren Maßnahmen weiter, wenn auch nicht mehr so deutlich. Das Umweltbundesamt hat im Rahmen seiner Studie "Aktions- und Maßnahmenprogramm Ozon" auf der Basis der absehbaren Emissionsentwicklung für den Zeitraum von 1990 bis 2005 einen Rückgang der Überschreitungshäufigkeit der Schwelle 180 µg/m³ von rund 70 % ermittelt.

Um die Ziele für die Luftqualität bei Ozon in vollem Umfang erreichen zu können, müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, die Vorläuferstoffe aus allen Quellen drastisch zu reduzieren.

Dazu müssen alle Möglichkeiten in den Bereichen der Technik, Umwelt- und Steuerpolitik, Verkehrsplanung, Verbraucheraufklärung usw. genutzt werden, um Emissionsminderungspotenziale auszuschöpfen.

Aufgrund weiterer bereits eingeleiteter Maßnahmen und absehbarer Entwicklungen kann die Emissionsentwicklung der Ozon-Vorläuferstoffe bis zum Jahre 2010 wie folgt abgeschätzt werden:

Emissionsentwicklung der Ozon-Vorläuferstoffe
  Emissionen in Millionen Tonnen pro Jahr
1990 2000 2005 2010
Stickoxide 2,64 1,55 1,34 1,12
organische Verbindungen (ohne Methan) 3,16 1,16 1,4 1,20

Wichtige Einzelmaßnahmen sind z. B.

  • die Umsetzung der neuen europäischen Richtlinie zur Verminderung des Umwelteintrags der flüchtigen organischen Verbindungen bei allen wichtigen gewerblichen Anwendungen,
  • die Fortschreibung der europäischen Abgasnormen für PKW und LKW ab 2005 (EURO 5 und EURO 6),
  • die weitere Verbesserung der Kraftstoffqualität in Europa,
  • die europaweite Harmonisierung und Umsetzung der Anforderungen zur Luftreinhaltung bei gewerblichen und industriellen Anlagen nach dem Stand der Technik.

Was kann der Einzelne tun?

Bei einem so weiträumigen und grenzüberschreitenden Problem wie dem Sommersmog können sich viele kleine Beiträge jedes Einzelnen zur Verringerung des Ausstoßes von Luftschadstoffen zu einer wirksamen Größe summieren. Schließlich bestimmen wir alle durch unser Verhalten, unsere Gewohnheiten und Ansprüche maßgeblich die Umweltsituation, in der wir leben.

Deshalb:

  • Grenzen des motorisierten Individualverkehrs
    Abbildung: Grenzen des
    motorisierten Individualverkehrs

    Achten Sie beim Autokauf auf sparsame und schadstoffarme Fahrzeuge. Verzichten Sie nach Möglichkeit bei erhöhten Ozonkonzentrationen auf das Auto und den Gebrauch sonstiger Maschinen und Geräte mit Verbrennungsmotoren.
  • Nehmen Sie im Übrigen möglichst das Fahrrad bei Kurzstrecken oder benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel anstelle des Autos.
  • Bilden Sie nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften.
  • Kaufen und verwenden Sie nur lösungsmittelarme Farben, Lacke oder Reinigungsmittel (oft am "blauen Umweltengel" zu erkennen).