Ozon (O3)

Ozon unterscheidet sich von den andern Luftschadstoffen dadurch, dass es nicht unmittelbar als solches von Anlagen emittiert wird, sondern aus Vorläufern, nämlich Stickoxiden und organischen Gasen und Dämpfen in einem komplexen photochemischen Prozess unter Einwirkung des Sonnenlichts entsteht. Im Gegensatz zu diesem bodennahen Bildungsmechanismus entsteht Ozon in der Stratosphäre durch energiereiche UV-Strahlung direkt aus Sauerstoff.

Ozon ist mit einem Anteil von 70-80% die Hauptkomponente des als "Sommersmog" bezeichneten Photooxidantiengemisches. Wegen des Einflusses der Witterung zeigt die Ozonkonzentration ausgeprägte Tages- und Jahresgänge. Die höchsten Konzentrationen werden in den Nachmittagsstunden während ausgeprägter sommerlicher Schönwetterperioden erreicht. In ländlichen Zonen und Waldgebieten werden im Jahresmittel höhere Konzentrationen als in Städten gemessen.

Ozon reizt die Atemwege. Es ist kaum wasserlöslich und kann deshalb bis in die Lungenbläschen vordringen. Ozon kann die Lungenfunktion beeinträchtigen. Die Ozondosis hängt ab von der Konzentration und der eingeatmeten Luftmenge. Da das Atemvolumen bei körperlicher Anstrengung stark ansteigt, sollten bei Ozonwetterlagen deshalb ungewohnte körperliche, auch sportliche Anstrengungen unterbleiben.

Die Symptome bilden sich bei abnehmender Ozonbelastung im Regelfall wieder zurück. Chronische Schädigungen der Lunge sind bei den in Mitteleuropa derzeit auftretenden Ozonkonzentrationen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu erwarten.

Grenz-, Ziel- und Schwellenwerte zur Beurteilung der Luftqualität

Mittelungszeitraum Grenzwert
µg/m³
zul. Über-
schreitung
Schutzziel Vorschrift/ Richtlinie Gültig ab
1-Stunde     180   Informationsschwelle 39. BImSchV 09.09.2003
1-Stunde     240   Alarmschwelle 39. BImSchV 09.09.2003
8-Stundenmittel eines Tages  2)     120 1)     25 3) Schutz der menschl.Gesundheit 39. BImSchV 01.01.2010
Mai-Juli 18000 1)   Schutz der Vegetation AOT40 4) 39. BImSchV 01.01.2010
Mai-Juli   6000 5)   Schutz der Vegetation AOT40 4) 39. BImSchV 01.01.2020

 
1)
   Zielwert
2)   Gleitender 8h-Mittelwert berechnet aus 1h-Mittelwerten, in Stundenschritten
3)   Mittelung über 3 Jahre
4)   AOT40, accmulated exposure over a threshold of 40 ppb
      Summe der Differenzen zwischen 1 Stunden Mittelwerten über 80 µg/m³ (40 ppb) und dem
      Wert 80 µg/m³ im Zeitraum 8-20 Uhr von Mai bis Juli, gemittelt über 5 Jahre, in µg/m³.h
5)   Langfristziel

Die Richtlinie 2002/3/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Februar 2002 über den Ozongehalt in der Luft wurde in nationales Recht in die Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen) umgesetzt. Mit der 39. BImSchV vom 02. August 2010 (BGBl. Jahrgang 2010 Teil I Nr. 40) wurden die Schwellenwerte und Zielwerte zur Beurteilung von Belastungssituationen durch bodennahes Ozon festgesetzt.