Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid ist eigentlich kein Schadstoff, da es schon immer als natürlicher Bestandteil der Luft in der Atmosphäre vorhanden war. Im Zuge der Entstehung des Lebens hat es eine überragende Bedeutung als "Baustoff" in der Pflanzenwelt und als "Abfallprodukt" bei der Atmung von Tier und Mensch und bei der mikrobiellen Zersetzung organischer Substanz gewonnen. Es steht wie kein anderer Stoff im regen Austausch mit den belebten und unbelebten Teilen unserer Umwelt, der Biosphäre, der Atmosphäre, der Hydrosphäre und der Lithosphäre. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist deshalb das Ergebnis komplexer, sich selbst beeinflussender und rückgekoppelter Kreislaufprozesse.

Der Mensch greift auf zweierlei Weise massiv in dieses Gleichgewicht ein: Einmal verbrennt er seit Beginn des Industriezeitalters zunehmend mehr Biomasse und fossile Energieträger, wie Kohle, Öl und Erdgas, und setzt damit CO2 frei. Zum andern gehen durch Brandrodung immer mehr Flächen verloren, auf denen CO2 durch Pflanzenwachstum gebunden werden könnte.

Die vom Menschen verursachte Anreicherung der Atmosphäre mit Kohlendioxid, lässt gefährliche Auswirkungen befürchten. Eine auf diese Weise veränderte Erdatmosphäre kann die Rückstrahlung der mit dem Sonnenlicht eingestrahlten Energie verringern. Dieser sogenannte Treibhauseffekt führt möglicherweise zu einer weltweiten Erwärmung. Dabei spielt die Erhöhung des CO2-Gehaltes nicht die alleinige, aber die wichtigste Rolle. Prognosen in der Fachwelt über die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Ausmaß einer globalen Erwärmung reichen von "nichts zu befürchten" bis zur "Klimakatastrophe".

Angesichts des Gefahrenpotentials müssen die wissenschaftlichen Untersuchungen fortgeführt und die Methoden verbessert werden. Aus Vorsorgegründen und im Hinblick auf das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung müssen fossile Brennstoffe sparsamer und effizienter eingesetzt werde.