Sommersmog

Zwischen der ozonreichen oberen und der ozonarmen unteren Luftschicht herrscht ein gewisser Stoffaustausch, so dass unsere Atemluft immer etwas Ozon (O3) enthält.

Durch die Belastung der Luft mit anthropogenen Schadstoffen, wie organischen Verbindungen und Stickoxiden (so genannte Ozon-Vorläuferstoffe) kann sich aber unter dem Einfluss des Sonnenlichts der Ozongehalt in den bodennahen Luftschichten drastisch erhöhen.

Stickstoffdioxid löst die Ozonbildung dadurch aus, dass es im Sonnenlicht gespalten wird und das freigesetzte Sauerstoffatom mit Luftsauerstoff Ozon bildet:

Ozonbildung

Organische Luftverunreinigungen (R-H) sind an der Oxidation des entstandenen Stickstoffmonoxids, NO zu NO2 beteiligt. Damit wird der Kreislauf der Stickoxide geschlossen, neues Ozon kann gebildet werden, solange organische Stoffe als "Brennstoffe" und Sonnenlicht zur Verfügung stehen:

Ohne Sonne - etwa nachts - entsteht praktisch kein Ozon. Dagegen steigt der Ozongehalt vor allem in den Sommermonaten täglich bis zum späten Nachmittag an. Je nach Witterung gibt es Jahre mit mehr oder weniger hohen Ozonkonzentrationen. Hinzu kommt, dass die Schadstoffe über größere Entfernungen hinweg transportiert werden können. Sommersmog kann daher an sonnigen Tagen überall im Bereich eines Schönwettergebietes auftreten.

Reinluftgebiete und Ballungsräume unterscheiden sich dadurch, dass Ozon in Ballungsgebieten abends und nachts rasch durch Stickstoffmonoxid wieder abgebaut wird. Diese Abbaureaktion sorgt für eine relativ niedrige mittlere Ozonkonzentration in diesen Gebieten in der Nacht sowie beim Jahresmittelwert. In ländlichen Reinluftgebieten herrscht eine nur geringe Schadstoffbelastung der Luft. Das Ozon findet keine Reaktionspartner, so dass der tagsüber entstandene hohe Ozonpegel auch nachts noch lange erhalten bleibt.