Saurer Regen

Jedes Jahr dokumentieren die Waldzustandsberichte des Bundes und der Länder die Schädigung des Waldes auf hohem Niveau. Heute bestehen keine Zweifel mehr, dass die festgestellten Baumschäden, aber auch die Beeinträchtigungen des Bodens und die Versauerung der Gewässer durch einen Hauptverursacher, die Luftschadstoffe, hervorgerufen werden.

Ein intakter Waldboden sollte in der Lage sein, die durch Schadstoffeinträge oder Mineralisierungsphasen - hervorgerufen z. B. durch Sturmwurf oder Holzernte - entstehenden sauren Verbindungen und freigesetzen Nährstoffe abzupuffern bzw. zu speichern. Dadurch werden eine zur Tiefe hin fortschreitende Bodenversauerung, Nährstoffverluste und die Weitergabe von Säuren und Stickstoffverbindungen an die Hydrosphäre verhindert.

Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen, aber auch das bodennahe Ozon sind die wesentlichen und verantwortlichen Schadstoffkomponenten. Schwefeloxide sowie Stickstoffverbindungen tragen als maßgebliche Komponenten des sauren Regens zur Bodenversauerung bei.

Ammoniak, Stickoxide und andere Stickstoffverbindungen werden in besonderem Maße in Waldgebieten deponiert und bewirken eine unerwünschte Eutrophierung der Waldstandorte.

Stickoxide und organische Verbindungen bilden bei sommerlichen Schönwetterperioden die Vorläufer des Sommersmogs mit der Hauptkomponente Ozon, einem phytotoxischen und aggressiven Reizgas, das ab bestimmten Konzentrationen die Pflanzen schädigen kann.

Der Anteil der Waldfläche beträgt in Deutschland zur Zeit rund 30%, in Rheinland-Pfalz sogar 41%. Nach den Ergebnissen der Waldzustandserhebung ergibt sich für Deutschland bzw. für Rheinland-Pfalz folgende Waldschadenssituation (alle Baumarten):

  Bundesrepublik 1996 Rheinland-Pfalz 1997
Schadstufe 0:
ohne Schadensmerkmale
43 % 38 %
Schadstufe 1:
schwach geschädigt
37 % 38 %
Schadstufe 2-4:
deutliche Schäden
20 % 24 %

Die eingeleiteten Emissionsminderungsmaßnahmen zeigten bislang lediglich beim Schwefel (Sulfatverbindungen) eine merkliche Verringerung der Eintragsrate in den Waldboden. Beim Nitrat- und Ammoniumstickstoff ist demgegenüber kein merklicher Rückgang erkennbar. Um einer zunehmenden Versauerung der Waldböden entgegenzuwirken, sind daher weitere Anstrengungen zur Emissionsminderung, insbesondere bei den Stickstoffverbindungen, nötig. Die Schadstoffbekämpfung wird daher auch in weiterer Zukunft einen Schwerpunkt nationaler und internationaler Umweltpolitik darstellen.
 

Waldschadensituation in der Bundesrepublik 1996

Waldschadensituation 1996

Waldschadensituation 1994