Maßnahmen gegen grenzüberschreitende Luftverunreinigungen

Auf der Grundlage des Genfer "Übereinkommens vom 13. November 1979 über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung" sind in mehreren Protokollen im Rahmen der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen internationale Verpflichtungen zur Reduzierung der Emissionen von Luftschadstoffen vereinbart worden:

Im Ersten Schwefelprotokoll von 1985 verpflichteten sich die Vertragsstaaten in Helsinki zu einer Reduzierung der nationalen Schwefeldioxid-Emissionen von 1980 bis 1993 um 30 Prozent. Erreicht wurde in Deutschland ein Rückgang von 7,5 Millionen Tonnen auf 3,2 Millionen Tonnen; das sind 58 Prozent.

Kanada und 28 europäische Staaten haben sich im Zweiten Schwefelprotokoll von 1994 verpflichtet, die Schwefeldioxid-Emissionen bis zum Jahre 2005 noch weiter zu vermindern. Deutschland will sie bis 2000 um 83 Prozent und bis 2005 um 87 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1980 senken.

Im Stickstoffprotokoll von Sofia 1988 verpflichteten sich die europäischen Länder zu einer Rückführung der Stickstoffoxidemissionen bis 1994 auf den Stand von 1987.

Im Jahre 1994 wurden in Deutschland nur noch rund 2,2 Millionen Tonnen Stickstoffoxide emittiert; eine Verringerung gegenüber 1987 (3,2 Millionen Tonnen) um 30 Prozent. Die Verpflichtung wurde somit deutlich übererfüllt. Wichtige Maßnahmen waren die Entstickung der Abgase von Großfeuerungsanlagen und die Einführung des Katalysators für PKW.

Zudem hat sich Deutschland in einer freiwilligen Zusatzverpflichtung gemeinsam mit elf weiteren Staaten eine Verringerung der Stickstoffoxidemissionen um 30 Prozent bis Ende 1998 auferlegt, die voraussichtlich ebenfalls erfüllt wird.

Im Genfer Protokoll von 1991zur Verminderung der Emissionen an flüchtigen organischen Verbindungen (volatile organic compounds - VOC) hat sich Deutschland zu einer Reduzierung von 1988 (3,2 Millionen Tonnen) bis 1999 um 30 Prozent verpflichtet. 1994 wurde eine Minderung um 33 Prozent erreicht. Für 1999 werden Emissionen in Höhe von 1,8 Millionen Tonnen erwartet, entsprechend einer Reduzierung um 45 Prozent.

Das Exekutivorgan des Genfer Luftreinhalteabkommens bereitet zur Zeit neue Protokolle über Schwermetallemissionen und die Emissionen persistenter organischer Verbindungen sowie über die gemeinsame Reduktion von Stickstoff-und VOC-Emissionen vor. In dem neuen Stickstoff-/VOC-Protokoll sollen künftig neben Stickstoffoxiden auch Ammoniumverbindungen und Ammoniak erfasst werden. Dies ist neben der weiteren Reduzierung der Säureeinträge in Ökosysteme auch ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der Vorläufersubstanzen für bodennahes Ozon.