Maßnahmen bei Industrieanlagen

Industrieanlagen können bedeutende Mengen an Luftverunreinigungen emittieren. Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen und zur Begrenzung der Emissionen nach dem Stand der Technik wurden in der Vergangenheit Vorschriften zur Luftreinhaltung erlassen, die ein milliardenschweres Nachrüst- und Sanierungsprogramm ausgelöst haben.

Die Großfeuerungsanlagenverordnung von 1983 hat eine drastische Reduzierung der Emissionen an Schwefeldioxid, Stickstoffoxiden und Staub aus Kraftwerken und großen Industriefeuerungen bewirkt. In den neuen Bundesländern laufen die Umrüstmaßnahmen zum Teil noch.

Die Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen aus den 26 rheinland-pfälzischen Kraftwerken und großen Industriefeuerungen sind allein durch diese Maßnahme um etwa dreiviertel zurückgegangen:

Emissionsentwicklung bei Großfeuerungsanlagen in Rheinland-Pfalz

SO2
SO2 Vergleich 1983 mit 1993
NOx
NOx Vergleich 1983 mit 1993

Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft wurde 1986 vor allem hinsichtlich der emissionsbegrenzenden Anforderungen an industrielle und gewerbliche Anlagen entsprechend dem Stand der Technik, fortgeschrieben. Dies löste bei einer Vielzahl unterschiedlicher Produktionsanlagen Maßnahmen zur Verbesserung der Abgasreinigung aus. In Rheinland-Pfalz wurden bis zum Ablauf der Sanierungsfrist 1994 über 3200 Anlagen überprüft. Bei 710 Anlagen veranlassten die Behörden eine Sanierung aus Gründen der Luftreinhaltung.

Die Luftreinhaltevorschriften werden auch für industrielle und gewerbliche Anlagen zunehmend von der Europäischen Union festgelegt. So ist z. B. eine EU-Richtlinie zur Begrenzung der Lösemittel-Emissionen aus dem industriellen- und gewerblichen Bereich in Vorbereitung, die in allen Mitgliedsstaaten zu weiteren Emissionsverminderungen führen wird.