Kohlendioxid und andere klimawirksame Luftverunreinigungen

Die Zusammensetzung der Atmosphäre hat sich seit Beginn der Industrialisierung durch eine Vielzahl menschlicher Aktivitäten verändert. Durch die Verbrennung fossiler Energieträger, wie Kohle, Öl und Gas, aber auch durch die Brandrodung und Verbrennung von Holz ist der CO2-Gehalt in den letzten 120 Jahren von 0,028 Vol.% (280 ppm) auf 0,036 Vol.% (360 ppm) um mehr als ein Viertel gestiegen.

CO2-Gehalt in den letzten 120 Jahren

Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wurden 1990 weltweit 22 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt mit weiter steigender Tendenz. Allein die 5,5 Milliarden Menschen emittieren durch ihre Atmung jährlich 2 Milliarden Tonnen CO2.
Hinzu kommen 3 - 7 Milliarden Tonnen CO2 aus der Brandrodung.

In Deutschland wurden 1995 insgesamt 895 Millionen Tonnen
CO2 (4% am Weltaufkommen) aus folgenden Quellen emittiert:

CO2-Aufkommen in Deutschland aus den Quellen Industrie 16%, Haushalte 20%, Verkehr 23%, Kraftwerke 40%

In Rheinland-Pfalz wurden 1991 28,5 Millionen Tonnen CO2 emittiert :

CO2-Aufkommen in Rheinland-Pfalz aus den Quellen Industrie 46%, Haushalte 29%, Verkehr 25%

Das Land Rheinland-Pfalz trägt dementsprechend mit 3,18% zu den CO2-Emissionen in Deutschland bei. Bei der Emittentenstruktur ist zu beachten, dass der Verkehrsanteil bei Flächenländern wie Rheinland-Pfalz größer als im Durchschnitt ist. Außerdem werden in Rheinland-Pfalz weniger Kraftwerke (hier zusammen mit der Industrie dargestellt) als in andern Bundesländern betrieben.

Über die Auswirkungen der bedeutenden und weiter wachsenden weltweiten Emissionen von Kohlendioxid besteht noch keine Klarheit. Zumindest zeigt der steigende CO2-Pegel der Atmosphäre, dass die menschlichen Aktivitäten nicht mehr im Gleichgewicht mit den Aufnahmemöglichkeiten der Natur stehen. Weitere gravierende Auswirkungen auf das Klimasystem der Erde werden befürchtet. Das Strahlungsgleichgewicht der Atmosphäre kann durch Luftverunreinigungen, wie CO2 beeinflusst werden. Solche Gase erhöhen die "thermische Dichte" der Atmosphäre, indem sie Wärmestrahlung der Erde absorbieren. Es wird befürchtet, dass dies zu einem globalen Anstieg der Oberflächentemperatur führt.

Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Aufenthaltsdauer der vom Menschen freigesetzten Gase in der Atmosphäre. Kohlendioxid hält sich über mehrere Jahrzehnte in der Atmosphäre auf. Damit kommt seine Wirkung verstärkt zur Geltung. Andere Gase, wie z. B. halogenierte Kohlenwasserstoffe (Fluor-Kohlenwasserstoffe, FKW) überdauern mehr als 100 Jahre in der Atmosphäre. Folgende Gase stehen im Verdacht, zur globalen Erwärmung beizutragen:

  • Kohlendioxid, CO2
  • Methan, CH4
  • Lachgas, N2O
  • teil- und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe, HFC, PFC
  • Schwefelhexafluorid, SF6

Zum Schutz gegen eine unkontrollierte globale Temperaturerhöhung mit schwerwiegenden Folgen für die Lebensgrundlagen des Menschen wurden erstmals 1997 in Kyoto internationale Vereinbarungen zur Erfassung der Emissionen der klimarelevanten Gase und zu deren Verminderung getroffen.